»Ich suche Klarheit und Leichtigkeit – in Verbindung mit Lebendigkeit und Freude an Urbanität durch Nutzungsvielfalt.«

In der Projektentwicklung eröffnet sich die Möglichkeit neue Ideen früh einzubringen.

AUSBILDUNG / BÜROHISTORIE

1979: Beginn Aufbaustudium an der HfbK Hamburg

1983 – 1985: studienbegleitende Selbständigkeit in Partnerschaft mit Dipl.Ing. J. Meyer.

1988: Diplom, HfbK Hamburg (cum laude).

Ab 1985: Aufbau des Arbeitsschwerpunktes „Wohnungsbau mit NutzerInnen" und Führung des Architekturbüros als Alleininhaberin. Seither Projektentwicklung, Projektsteuerung, Quartiersplanung, Hochbau- und Freiflächenplanung, Bauleitung insbesondere für Baugemeinschaften. Außerdem Arbeit in der Denkmalpflege, Wettbewerbe/ Jurytätigkeit, Gutachten.

2014: Gründung der Stiftung StadtLandKunst.

Seit 2016: Gründung und Leitung des Forums StadtLandKunst: Büro für Kuratierung und beratende Tätigkeit als Architektin, Ort für Ausstellungen, Sitz der Stiftung StadtLandKunst. www.stadtlandkunst-hamburg.de

ARBEIT FÜR BAUGEMEINSCHAFTEN
Eine Entwicklung

Der inhaltliche Schwerpunkt „Wohnen mit Freunden nebenan“ entwickelte sich sehr viel weiter, als zu Beginn erwartet. Dies wurde möglich durch die eigene Projektentwicklung mit Organisation der Finanzierung.

Ein Kurzüberblick anhand einer Projektauswahl, jeweils Datum der Bezugsfertigkeit:

1986 Rahlstedter Dorfplatz 10/12
Erste Baugemeinschaft nach dem Modell der WGJA e.V. in umgenutzten Bauernhäusern, 10 Wohnungen.

1989 Bahrenfelder Str. 70/72
Erster Neubau für eine Baugemeinschaft mit 7 öffentlich geförderten Mietwohnungen auf einem städtischen Grundstück in Hamburg. Zu bewältigendes Problem war u.a. das geforderte Belegungsrecht durch das Wohnungsamt für 40% der Wohnungen (WA-Bindung).

1994 Bergiusstr. 22 (HausArbeit e.G.)
Erstes Baugemeinschaftsprojekt für Alleinerziehende als eigenständige Genossenschaft. Im Rahmen einer Forschungsstudie des Bundesmin. f. Familie und Wohnen das einzige nicht paternalistische Projekt zur Wohnsituation Alleinerziehender. Präsentation als best practice durch die BRD in 1996 bei der Habitat II Konferenz in Istanbul.

1999 Quartier Zeisewiese
Erste Quartiersplanung mit Baugemeinschaften neben klassischen Trägern, darin erstes Baugemeinschaftsprojekt mit Eigentumswohnungen, teilweise öffentlich gefördert, auf einem städtischen Grundstück.

2006 Max-B, Arbeiten, Wohnen & Kultur
Pilotprojekt Nachbarschaftsquartier Max-B mit 112 Einheiten in 9 Baugemeinschaften, ohne Beteiligung klassischer Träger.

2011 Hafenliebe Quartiersplanung mit 4 Hausgemeinschaften, die an einem Innenstadtstandort mit großer Erwartungshaltung des Senats, einer sehr hohen bauliche Dichte (Gfz 3,6) und Einbindung von Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss das Ziel „Familien in die HafenCity“ umsetzen. Während zu Beginn noch die WA-Bindung den Baugemeinschaften Kopfzerbrechen bereitete, gibt es inzwischen politische Beschlüsse über Mindestanteile für Baugemeinschaften bei städtischen Grundstücken, zuletzt im Frühjahr 2018.

AUSZEICHNUNGEN / WETTBEWERBE

1982 - 1984: When is a dwelling a home? Highest quality at lowest costs, Int. Wettbwerb in den Niederlanden, 2. Preis (in Koop. m. J. Meyer)

1996: Habitat II in Istanbul, Präsentation des Projektes „HausArbeit" durch die BRD als „best practice".

1998: Bauherrenpreis des Bundes: besondere Anerkennung für das Projekt „Jung & Alt in Flottbek“.

1999: BDA Hamburg Preis (3.Preis) für das Projekt .„Jung & Alt in Flottbek“.

2007: 1. Preis im Wettbew. ”Familie gewinnt” für das Projekt Max-B/ Arb., Wohnen & Kultur

2010: Geehrt durch den Landesfrauenrat mit der Zitronenjette für das besondere Engagement für Frauen und Familien.

2017: Max-B/ Arb., Wohnen & Kultur- Engere Wahl beim Hamburger Preis für Grüne Bauten

VERÖFFENTLICHUNGEN

„Wohnungsbauförderung und Lebenssituationen von Frauen am Beispiel eines Selbsthilfeprojektes in Hamburg Rahlstedt“, in: „Planen für Hamburg- Arbeit für Frauen“, Veranstaltung in der patriotischen Gesellschaft 1988, Dokumentation erschienen: Hbg. 1988

Nutzungsqualitäten im öffentlich geförderten Wohnungsbau im Hinblick auf Kinderinteressen und Frauenbelange". Gutachten i.A. der FHH, 1994.

Veröffentlichungen zu gebauten Projekten sind jeweils direkt bei den Projekten angegeben. Sie sind erschienen u.a. in: Hamburg und seine Bauten 1985-2000

Jahresbericht 2006 der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt, Hbg. 2007

Architektur in Hbg., Jahrbuch 2007

Max-B, Hrsg. Lempp/Stadlmayer, mit Beiträgen von D. Läpple u.a., 2010

Architektur in Hbg., Jahrbuch 2011

Hamburg und seine Bauten 2000-2015

 

Prof. Läpple, in Lempp/ Stadlmayer, 2007:

Urbane Inseln als Kristallisationskerne einer neuen Urbanität
In den meisten Städten, glücklicherweise auch in Hamburg. haben sich vielfältige urbane Inseln erhalten oder wurden in den letzten Jahren wieder belebt oder neu entwickelt. Diese bilden gewissermaßen die Kristallisationskerne für die Entfaltung einer neuen Urbanität. Eine ganz besondere urbane Insel ist MAX-B. ein Ort für urbanes Arbeiten, Wohnen und Kultur.
Ein Wohnbauprojekt mit vielfältigen Formen der Gemeinschaftsbildung und sozialen Netz­werken, die offen genug sind für Individualität und Differenz und zugleich eine verlässliche Basis bilden für wechselseitige Unterstützung verabredeter Kommunikations- und Hilfs­beziehungen. Es gibt einen gestaltbaren Sozialbereich zwischen intimer Privatheit der Wohnung und anonymer Öffentlichkeit der Stadt, an dem jede Bewohnerin und jeder Bewohner, ob als Familie, als Patchwork-Gemeinschaft oder Single entsprechend seinem Engagement und Erfordernissen aktiv teilhaben kann.

Ich bin voll Bewunderung für Iris Neitmann, die die Initiative für dieses Projekt genommen und ihm zusammen mit den Menschen der verschiedenen Baugemeinschaften Gestalt gegeben hat. Ich wünsche mir, dass sich möglichst viele Stadtbewohner oder zukünftige Urbaniten von diesem Projekt anstecken lassen, damit es in immer wieder neuen Formen gibt und mit einer immer wieder anderen „Mischung" gebaut und mit Leben gefüllt wird.

Nicht das „Haus im Grünen", sondern diese „urbane Oase" in der Großstadt steht für mich für eine „zukunftsgewandte Zeitmäßigkeit", und das Dazugehören ist nicht an den Status der „höheren Kreise" gebunden, sondern an die Bereitschaft, die typisch städtische Spannung zwischen Individualität und gegenseitiger Unterstützung nicht nur auszuhalten, sondern sie immer wieder neu zu beleben. Es geht also nicht nur um eine Rückkehr in die Stadt, sondern um die vielfältige Neuerfindung der Stadt. (Vgl. Läpple: 2005)

Literatur: Bisky, Jens (2010):„Das Einfachste ist immer das Schwerste". In: Süddeutsche Zeitung, 66. Jg.! Nr. 114, 20. Mai 2010. S. 11. Läpple, Dieter (2005): Phönix aus der Asche: Die Neuerfindung der Stadt. In: Berking. 11.; Löw, M. (Hrsg.)
Soziale Weil, Sonderband 16: Die Wirklichkeit der Städte, S. 397-413.

 

JURY-AUFGABEN
Auswahl:

Mitwirkung in der Auswahlkommission und der begleitenden Baukommission für die Stadtsiedlung in der BUGA Heilbronn 2019

Wettbewerb Ökologische Siedlung HH - Bramfeld
Stadtplanung, Hochbauplanung. Preisgerichtsvorsitz

Wettbewerb „Neue Typenhäuser in organisierter Gruppenselbsthilfe“, Hochbauplanung, Kiel, Preisgerichtsvorsitz

MITARBEITER/INNEN

Ich bedanke mich bei all den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die seit 1985 in meinem Büro gearbeitet haben. Besonders bedanken möchte ich mich bei den ArchitektInnen Ulrike Jensen, Daniela Andresen, André Bauersachs und Anna Laura Gephart für ihre engagierte, kompetente und langjährige Unterstützung in der Arbeit für Baugemeinschaften, Und schließlich bei Matthias Papenberg, seit 2004 meine unerschütterliche Säule in der Kommunikation.

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